Ach ja, der Blog. Fast vergessen. Bin gerade mit Faulenzen beschäftigt und habe wenig Zeit für Administratives...
Aber der Reihe nach: Luang Prabang war wie schon gesagt charmant und exotisch, aber ich brauchte mehr Authentizität. zB eine Töfftour durch Vietnam. Soweit die Idee nach einigen Gesprächen mit Reisebekanntschaften. Um ohne im Voraus arrangiertes Visum nach Vietnam einzureisen gibt's nur den Luftweg. Sprich, back to Bangkok und dann nach HCMC (Ho Chi Minh City).
Mit Lao Airlines ging's erst mal nach Vientiane, der ultra entspannten laotischen Hauptstadt, wo ich drei Tage blieb. Dann weiter mit abgetakelten Bussen über die Lao Thai Friendship bridge über den hier unten schon sehr mächtigen Mekong zurück nach Thailand (Nong Khai). Während sich die meisten Touris die Bustickets und Grenzformalitäten-Sachen in einem Package kaufen, konnte ich es nicht lassen, den normalen ÖV Weg zu gehen, was problemlos klappte. Auch ziemlich, ähem, authentisch war die anschl. 12 Std Zugfahrt nach Bangkok. Alle raten dir zum 1. Klasse Nachtzug, Reto musste natürlich den normalen day train nehmen, zweite Klasse.
Als ich am nächsten Morgen um zwanzig vor sechs am Bahnhof eintraf (Zug Abfahrt nach Plan 06.00), war noch nicht mal der Bahnhofvorstand besetzt. Von einem Zug oder Passagieren weit und breit keine Spur. Etwas nach sieben traf die Fuhre dann ein und nach einer Nassreinigung (!) der Abteile mit Schlauch und Desinfektionsmittel ging's endlich los. Ich war mir nicht sicher ob die Reinigungssache ein gutes oder schlechtes Zeichen war. Je zwei 3. Klasse Wagen hinten und vorne, und mein 2. Klasse Wagen in der Mitte. Ich sass genau über dem lärmenden und schüttelnden Dieselaggregat und die Scheiben waren aussen so dreckig geblieben, dass man kaum raussah. Siehe Foto. Eine gewisse Ernüchterung zu dem Zeitpunkt kann ich nicht leugnen und ich fragte mich, wie dies 12 Std auszuhalten sei.
Irgendwie ging es bestens, wohl weil dich der Zug in seinen gemächlichen Rhythmus zwingt und weil unter den Passagieren so eine Art Schicksals-Solidarität zu spüren ist. An den Bahnhöfen wanderten Snack- und Getränkeverkäufer durch den Zug und boten grillierte Insekten und selber gemixte Lunchpakete an. Ich hatte zum Glück noch eine Dose warmes Bier im Rucksack.
So bin ich also vor knapp zwei Wochen wieder in Bangkok gelandet. In der festen Überzeugung, ins nächste Flugzeug nach Vietnam zu steigen. Überraschenderweise herrschte in Bangkok angenehmstes Winterwetter, sprich 30 Grad und trockene Luft. Zudem hat eine Brise die stickige Dunstglocke weggeblasen, so dass es richtig angenehm und die Sicht nicht schlechter als in Bern oder Zürich war.
Im Hotel hab ich mich dann erst mal anständig erkältet, Klimaanlage sei dank. So nahm ich mir einige Tage, um das auszukurieren, und aus den Tagen wurden fast zwei Wochen, weil das Hotel auch noch einen super Aussenpool hatte und ich auf einmal keine Eile verspürte, schon wieder weiterzuziehen. So verbrachte ich meine Tage mit viel lesen, relaxen und gab mich den Oberflächlichkeiten des Lebens hin. Entsprechend wenig Fotos sind entstanden. Ab und zu eine Massage ist auch nicht falsch und in der legendären Cheap Charlie's Bar nicht weit von meinem Heim trifft man jede Menge Expats. Manchmal völlig durchgeknallte Typen und manchmal inspirierende Menschen. Dank massgeschneiderter "Armani" Hose hab ich mir nun auch Zugang zu den Rooftop Bars verschafft. Dort oben hat man eine unbeschreibliche Skyline Aussicht.
Dass ich ausgerechnet in dieser Stadt zwei Wochen ausspannen würde, hätte ich nie gedacht. Aber der Plan war ja, nicht zu planen. Soweit also alles nach Plan. Morgen Abend bin ich dann in HCMC. Auf ein letztes Reisekapitel! +tschüss
Sonntag, 27. Januar 2013
Mittwoch, 9. Januar 2013
Von Thailand nach Laos
Die Tage in Chiang Mai vergingen schnell, obwohl ich auf meiner Pritsche nur wenig Schlaf fand und der Magen anfing, Thai-Food doch nicht so toll zu finden. Dies hinderte mich nicht daran, Ausflüge zu machen wie z.B. ins Elefantencamp, in ein Bergdorf und ein River rafting auf ein paar zusammengebundenen Bambusstämmen. Die Schlangen im Wasser entlockten mir Outback-erprobtem Touri natürlich bloss ein Gähnen. Oder so... Elefanten sind friedlich und faszinierend. Vor allem der kleine 5-monatige.
Reisebekanntschaft war schnell gefunden. Offenbar war ich der erste Gast in einem von zwei Slowenen eröffneten Strassencafé gleich neben meiner Absteige. Bis Sylvester bildete sich eine lustige Stammkundschaft aus aller Welt, so dass ich in fast familiärer Atmosphäre das neue Jahr einläuten konnte.
Speziell sind in Chiang Mai (CM) auch der umtriebige Nachtmarkt und die vielen Hippie-angehauchten Bars und Hostels. Der Rhythmus ist totaaal entspannt. Sogar die Hunde und Katzen pennen auf den Trottoirs (wenn man das so nennen kann) inmitten Verkehr und Fussgänger. Wobei nur Fremde zu Fuss gehen und somit das Ende der Verkehrs-Nahrungskette darstellen. Thais fahren wenn schon Rad oder Roller.
In CM wirst du auf der Strasse nicht angequatscht und es kann es gut sein, dass du der einzige 'Farang' (Fremde) in der Beiz bist. Wie wohltuend! Man darf allerdings keine besonderen Nettigkeiten erwarten, die Bedienung in Essbuden ist wortkarg und frei von Formalitäten. Erste Einflüsse der ehemaligen französischen Präsenz in der Region (Nähe zu Laos) erkennt man an Pétanque-Bahnen und alten Peugeots in den Strassen.
Am 2.1. ging's dann weiter per Bus nach Chiang Rai, also Richtung laotische Grenze. Musste Thailand wg Visum in ein paar Tagen verlassen. CR ist nochmal zwei Nummern kleiner und geruhsamer als CM. Sehr gut. Das dortige "Stammlokal" gehörte einem Norweger Expat. Von seiner Kundschaft liess ich mich zu einer Moped-Ausfahrt aufs Land hinreissen, wo's einen ganz weissen Tempel und entlegenen Wasserfall zu sehen gab. Siehe Fotos. Bin selber stundenlang gafahren und das war einigermassen abenteuerlich. Die Dinger fahren flott, Verkehrsregeln haben Symbolstatus und von einem Helm kannst du träumen. Aber unvergesslich.
Dann ging's ins ländliche Chiang Khong am Mekong Fluss, der dort die Grenze zu Laos ist. Der Bus dorthin war genauso heruntergekommen wie die Strasse auf welcher er fuhr. Und ich war der einzige Farang im Bus. Endlich! Die Einreise nach Laos verlief problemlos und die zweitägige Fahrt den Mekong runter nach Luang Prabang, quasi dem Laotischen Interlaken, ebenfalls. Beim Frühstück am zweiten Bootstag konnten wir Elefanten beim Morgenbad im Mekong beobachten.
Das Boot war aber übervoll und zwei Tage lang in alte Toyotabus-Sitze einzusinken verlangte meinem Rücken alles ab. Egal, man geniesst das Cruisen durch eine noch unberührte Landschaft und plaudert mit Leuten aus aller Welt und inhaliert die ungefilterten Abgase des ins Boot gebastelten Lastwagenmotors. Luang Prabang ist fast schon wie Südfrankreich, recht nette Boutique Hotels und boulangeries und cafés. Aber das Angequatsche ist auch wieder da.
Eine Reise durch Südostasien ist, zumindest für mich, auch eine Auseinandersetzung mit Fragen wie: wie gehe ich damit um, dass überall Abfall herumliegt? Warum verlasse ich meine Comfort zone und setze mich all den Gefahren und Unannehmlichkeiten aus? Mini-Ameisen im Bett sind noch das kleinste Übel.
Ich grüble noch etwas. Sicher ist, dass die Einfachheit des hiesigen Lebens wohltuend ist und deine durch die Zivilisation vernachlässigten Instinkte wieder aufflackern lässt. Und vielleicht schärft es ja wirklich den Sinn für die im Leben wirklich wichtigen Sachen.
Mehr als das Philosophieren beschäftigt mich die aktuell Frage, wie ich es anstelle, abseits der ausgetrampelten Pfade weiterzureisen, ohne Kopf und Kragen zu riskieren. Den lonely planet habe schon in den Mekong geworfen (also innerlich). We'll see, bin selber gespannt.
Sabai'Dee.
Reisebekanntschaft war schnell gefunden. Offenbar war ich der erste Gast in einem von zwei Slowenen eröffneten Strassencafé gleich neben meiner Absteige. Bis Sylvester bildete sich eine lustige Stammkundschaft aus aller Welt, so dass ich in fast familiärer Atmosphäre das neue Jahr einläuten konnte.
Speziell sind in Chiang Mai (CM) auch der umtriebige Nachtmarkt und die vielen Hippie-angehauchten Bars und Hostels. Der Rhythmus ist totaaal entspannt. Sogar die Hunde und Katzen pennen auf den Trottoirs (wenn man das so nennen kann) inmitten Verkehr und Fussgänger. Wobei nur Fremde zu Fuss gehen und somit das Ende der Verkehrs-Nahrungskette darstellen. Thais fahren wenn schon Rad oder Roller.
In CM wirst du auf der Strasse nicht angequatscht und es kann es gut sein, dass du der einzige 'Farang' (Fremde) in der Beiz bist. Wie wohltuend! Man darf allerdings keine besonderen Nettigkeiten erwarten, die Bedienung in Essbuden ist wortkarg und frei von Formalitäten. Erste Einflüsse der ehemaligen französischen Präsenz in der Region (Nähe zu Laos) erkennt man an Pétanque-Bahnen und alten Peugeots in den Strassen.
Am 2.1. ging's dann weiter per Bus nach Chiang Rai, also Richtung laotische Grenze. Musste Thailand wg Visum in ein paar Tagen verlassen. CR ist nochmal zwei Nummern kleiner und geruhsamer als CM. Sehr gut. Das dortige "Stammlokal" gehörte einem Norweger Expat. Von seiner Kundschaft liess ich mich zu einer Moped-Ausfahrt aufs Land hinreissen, wo's einen ganz weissen Tempel und entlegenen Wasserfall zu sehen gab. Siehe Fotos. Bin selber stundenlang gafahren und das war einigermassen abenteuerlich. Die Dinger fahren flott, Verkehrsregeln haben Symbolstatus und von einem Helm kannst du träumen. Aber unvergesslich.
Dann ging's ins ländliche Chiang Khong am Mekong Fluss, der dort die Grenze zu Laos ist. Der Bus dorthin war genauso heruntergekommen wie die Strasse auf welcher er fuhr. Und ich war der einzige Farang im Bus. Endlich! Die Einreise nach Laos verlief problemlos und die zweitägige Fahrt den Mekong runter nach Luang Prabang, quasi dem Laotischen Interlaken, ebenfalls. Beim Frühstück am zweiten Bootstag konnten wir Elefanten beim Morgenbad im Mekong beobachten.
Das Boot war aber übervoll und zwei Tage lang in alte Toyotabus-Sitze einzusinken verlangte meinem Rücken alles ab. Egal, man geniesst das Cruisen durch eine noch unberührte Landschaft und plaudert mit Leuten aus aller Welt und inhaliert die ungefilterten Abgase des ins Boot gebastelten Lastwagenmotors. Luang Prabang ist fast schon wie Südfrankreich, recht nette Boutique Hotels und boulangeries und cafés. Aber das Angequatsche ist auch wieder da.
Eine Reise durch Südostasien ist, zumindest für mich, auch eine Auseinandersetzung mit Fragen wie: wie gehe ich damit um, dass überall Abfall herumliegt? Warum verlasse ich meine Comfort zone und setze mich all den Gefahren und Unannehmlichkeiten aus? Mini-Ameisen im Bett sind noch das kleinste Übel.
Ich grüble noch etwas. Sicher ist, dass die Einfachheit des hiesigen Lebens wohltuend ist und deine durch die Zivilisation vernachlässigten Instinkte wieder aufflackern lässt. Und vielleicht schärft es ja wirklich den Sinn für die im Leben wirklich wichtigen Sachen.
Mehr als das Philosophieren beschäftigt mich die aktuell Frage, wie ich es anstelle, abseits der ausgetrampelten Pfade weiterzureisen, ohne Kopf und Kragen zu riskieren. Den lonely planet habe schon in den Mekong geworfen (also innerlich). We'll see, bin selber gespannt.
Sabai'Dee.
Freitag, 28. Dezember 2012
Die Abfallinsel
Nach einer Woche in Bangkok und einigen Osteo-Behandlungen war mein Rücken wieder reisefertig und ich vom ganzen Stadtgestank und -Müll sonstwie fertig. Also flog ich nach Ko Samui um ein paar Tage Palmen und Sandstrand zu geniessen. Schliesslich steht im Lonely Planet, wie schön es dort sei, insbesondere in Chaweng.
Genau, jetzt kommt wieder ein Lerneffekt... Der "nicest beach of the island" ist die reinste Abfallmeile, vollgestopft mit schwitzenden Touris, vornehmlich russische Familien oder sonstige Clans. Mancherorts liegen Sandsäcke umher, weil offensichtlich zu nahe am Wasser gebaut wurde. Man kümmert sich danach aber nicht mehr drum, und alles zerfällt langsam. Die Luft ist schwül und das Meer warm und von komischer Farbe. Jeder will dir sinnbefreite Souvenirs oder Drogen verkaufen. Und der sintflutartige Regen war auch zur Stelle. Uff! Welcome to the Urlaubsparadies.
Erträglich wär's wahrscheinlich in der Kunstwelt eines Luxushotels, wenn man mit der Dekadenz klarkommt. Aber ich bin ja budget-traveller und frage mich nebenbei, wie sie die touristische Entwicklung mit der Erhaltung der Natur verbinden wollen.
Anyway, damit war der Beach-Plan erst mal gescheitert, aber mein Zimmer in Chaweng bis am 28.12. gebucht. Andere mögliche Aktivitäten hier sind im Prinzip Essen und Trinken. Also hing ich etwas umher und machte mich auf die Suche nach dem besten und günstigsten Thaifood und den spannendsten Kneipen. Man lernt viele Expats kennen, die aus teilweise offensichtlichen Gründen in der alten Heimat nicht zurecht kamen und dann irgend eine Spelunke eröffnen und damit über die Runden zu kommen scheinen. Natürlich jeweils an der Seite einer Thai-Schönheit. Hab auch nette Reisende getroffen, z.B. am Weihnachtsabend in einem irischen Pub (s. Foto). X-mas mal anders. Und nein, wir sind kein Paar.. ;-)
Thai-Food ist hervorragend und billig, und westliches Essen das Gegenteil. Ich entdecke gerade Tintenfisch und vely spicy Papayasalat. Sehr lecker, aber meine Definition für scharfes Essen musste ich korrigieren. Den Tintenfisch liest du vorher selber aus und bezahlst nach Gewicht.
Es ist also nicht alles schlecht auf der Abfallinsel Ko Samui, aber ich bin froh, dass ich seit gestern im etwas kühleren Norden, in Chiang Mai bin. Hier hause ich in einem Hostel-Zimmer von ca. 7 Quadratmeter inkl. Dusche und WC, nur das Lavabo haben sie vergessen. Zähne putzen in der Dusche und das Bett ist steinhart. Egal, es liegt zentral und kostet Fr 4.- pro Nacht. Wäsche machen sie für 80 Rappen pro Kilo, und ein Teller leckeres Curry nebenan kostet etwa 1.30. Die Stunde Massage gibt's für 4.- (mein Rücken hat noch Schonzeit).
Weiter geht's in ein paar Tagen und endlich wieder auf dem Landweg, sobald meine Elektrolyt-Kur durch ist, da ich es tatsächlich geschafft habe, zu dehydrieren. Yep, es ist immer was los. Ach ja, 1.5 Std im Spital inkl Medikamente gibt's für Fr. 25.-.
Happy new year!
Genau, jetzt kommt wieder ein Lerneffekt... Der "nicest beach of the island" ist die reinste Abfallmeile, vollgestopft mit schwitzenden Touris, vornehmlich russische Familien oder sonstige Clans. Mancherorts liegen Sandsäcke umher, weil offensichtlich zu nahe am Wasser gebaut wurde. Man kümmert sich danach aber nicht mehr drum, und alles zerfällt langsam. Die Luft ist schwül und das Meer warm und von komischer Farbe. Jeder will dir sinnbefreite Souvenirs oder Drogen verkaufen. Und der sintflutartige Regen war auch zur Stelle. Uff! Welcome to the Urlaubsparadies.
Erträglich wär's wahrscheinlich in der Kunstwelt eines Luxushotels, wenn man mit der Dekadenz klarkommt. Aber ich bin ja budget-traveller und frage mich nebenbei, wie sie die touristische Entwicklung mit der Erhaltung der Natur verbinden wollen.
Anyway, damit war der Beach-Plan erst mal gescheitert, aber mein Zimmer in Chaweng bis am 28.12. gebucht. Andere mögliche Aktivitäten hier sind im Prinzip Essen und Trinken. Also hing ich etwas umher und machte mich auf die Suche nach dem besten und günstigsten Thaifood und den spannendsten Kneipen. Man lernt viele Expats kennen, die aus teilweise offensichtlichen Gründen in der alten Heimat nicht zurecht kamen und dann irgend eine Spelunke eröffnen und damit über die Runden zu kommen scheinen. Natürlich jeweils an der Seite einer Thai-Schönheit. Hab auch nette Reisende getroffen, z.B. am Weihnachtsabend in einem irischen Pub (s. Foto). X-mas mal anders. Und nein, wir sind kein Paar.. ;-)
Thai-Food ist hervorragend und billig, und westliches Essen das Gegenteil. Ich entdecke gerade Tintenfisch und vely spicy Papayasalat. Sehr lecker, aber meine Definition für scharfes Essen musste ich korrigieren. Den Tintenfisch liest du vorher selber aus und bezahlst nach Gewicht.
Es ist also nicht alles schlecht auf der Abfallinsel Ko Samui, aber ich bin froh, dass ich seit gestern im etwas kühleren Norden, in Chiang Mai bin. Hier hause ich in einem Hostel-Zimmer von ca. 7 Quadratmeter inkl. Dusche und WC, nur das Lavabo haben sie vergessen. Zähne putzen in der Dusche und das Bett ist steinhart. Egal, es liegt zentral und kostet Fr 4.- pro Nacht. Wäsche machen sie für 80 Rappen pro Kilo, und ein Teller leckeres Curry nebenan kostet etwa 1.30. Die Stunde Massage gibt's für 4.- (mein Rücken hat noch Schonzeit).
Weiter geht's in ein paar Tagen und endlich wieder auf dem Landweg, sobald meine Elektrolyt-Kur durch ist, da ich es tatsächlich geschafft habe, zu dehydrieren. Yep, es ist immer was los. Ach ja, 1.5 Std im Spital inkl Medikamente gibt's für Fr. 25.-.
Happy new year!
Samstag, 15. Dezember 2012
From AKL to BKK via SYD
Nachdem ich so lange wie mit meinem Flugticket möglich in Neuseeland geblieben war, blieb für Sydney gerade ein Abend und ein knapper Vormittag übrig. Natürlich viel zu kurz aber ein travellers Schicksal, das man in Kauf nimmt. Somit gabs nen Abendspaziergang an den Hafen von Sydney und eine überteuerte hop on hop off Stadtrundfahrt am Vormittag. Am selben Tag flog ich ja noch fast 10 Std nach Bangkok. Obwohl tausende male auf Fotos gesehen, ist das Opernhaus in live eine echt spektakuläre Erscheinung.
Der Klima-, Sozial- und Wirtschaftsschock bei Ankunft in Bangkok war umso grösser. Strategie um zum Hotel zu gelangen: mit modernem ÖV mitten in die Stadt, dann Taxi. Leider Fehlschlag. Taxifahrer in Bkk (Bangkok) verstehen kein englisch, kennen nur teilweise die Adressen und zumindest meiner konnte keinen Stadtplan lesen (man stelle sich das bei uns vor). Also lassen sie dich irgendwo raus und dann guckst du mal. Zum Glück habe ich zuvor auf 100% Rucksack umgestellt und mir am Flughafen einen Stadtplan eingesteckt. So meisterte ich an diesem 28 Std-Tag auch den letzten Teil zu Fuss durch das unbeschreibliche Gewusel dieser 8-Millionen-Stadt. Frage mich gerade, wie sie hier eine Volkszählung durchgeführt haben wollen. Unendlich viele Leute scheinen irgendwie irgendwo auf der Strasse zu leben.
Seit dem Sydney-Flug macht mein Rücken etwas Probleme und so verplemperle ich die Zeit mit schonendem Umherspazieren, bis ich am Montag nochmal zu einem Expat-Osteopathen kann. Wohne aktuell im Westen der Stadt in einem kleinen, total neu gemachten Hotel, ein Bijou nach westlichen Standards und inmitten ärmlichster Umgebung. Dabei günstiger als ein Hostel in Australien. Gefunden auf booking.com und wahrscheinlich ein typisches Beispiel des wirtschaftlich aufstrebenden asiatischen Raums. Weiter werde ich gar nicht erst versuchen, Bkk im Detail zu beschreiben, weil das ein sinnloses Unterfangen wäre. Es bietet von drückender Armut bis zu hypermodernen Shoppingcentern alles, was eine Stadt bieten kann. Eindrücklich sind die Tempelanlagen und Paläste des "Grand Palace", wäre da nicht die Gefahr drohender Erdrückung durch japanische und koreanische Seniorengruppen.
Umso faszinierender ist die Thai'sche Gelassenheit in diesem Durcheinander. Leben und leben lassen scheint das (buddhistische?) Motto zu sein. So ist es durchaus möglich, grosse Strassen wie die Sukhumvit Rd zu Fuss zu überqueren: erster Schritt hinaus um Interesse anzumelden, Lücke abwarten und entschlossenen Schlurfens hineinzielen, und diese Abfolge für jede Fahrspur wiederholen. Sie werden dich nicht überfahren.
Eine andere Reiseregel gilt hier, anders als AUS und NZL, besonders: spricht dich jemand auf der Strasse an, geht es letztlich um Geld. Immer.
Und wieder kann ich mir ein Schmunzeln über die Backpacker nicht verkneifen. Es sei mir verziehen... Alle sind sie eingepfercht im gleichen Quartier und scheinen sich nur in ein paar wenigen Strassen zu bewegen. Notabene dort, wo dich jeder anquatscht um dir irgend etwas anzudrehen. Sogar Mitgliederkarten renommierter Europäischer Golfclubs gibt's zu kaufen. Noch kreativ.
Ich scheine zu der neuen Spezies "iPhone traveller" zu gehören, die sich ihre Ho(s)tels und Flüge auf den Apps buchen und sich damit noch einigermassen abseits der ausgetrampelten Pfade bewegen. Orientierung mit Web 2.0... Man muss dann halt den Rest, also transfer Flughafen-Hotel und Orientierung vor Ort selber organisieren. Es bleibt einiges an Challenge und authentischen Erfahrungsmomenten. Mir passt's und hiermit ein Merci an Adrian und Simon vom GST, die mir last minute geholfen haben, das iPhone auf SIM unlocked zu ändern. Es war ein guter Entscheid!
Scheinbar gewöhnt sich auch mein Magen langsam an die hiesigen Hygienestandards. Gestern habe ich zum ersten Mal Thai food ohne unmittelbare Konsequenzen verzehrt. Und sonst gibts an jeder Ecke für weniger als CHF 3.- Medikamente, für die man in Europa einen Waffenschein bräuchte.
Und ja: das Nachtleben ist genau so verrückt wie die ganze Stadt. Von super hip bis untendurch gibts alles. Sehr cool sind alte VW Busse die zu rollenden Bars umfunktioniert wurden. Siehe Foto. Top of the nutch sind die mondänen Rooftop Bars. Dafür fehlt mir wohl die Garderobe. Und die Sündenmeile ist sündig... Daneben gibts unzählige kleine und grosse Spelunken und Quartierbars, wo man die abenteuerlichsten Leute kennenlernt. Wie immer ein gutes Rezept (gell, Marius).
So, nun tauche ich nochmal ein ins Gewühl und bin dann froh, wenn es mitte Woche an die andamanische Küste unter die Palmen geht. Mal die apps nach billigen Flügen und Hotels checken.
Phub kran mai!
Der Klima-, Sozial- und Wirtschaftsschock bei Ankunft in Bangkok war umso grösser. Strategie um zum Hotel zu gelangen: mit modernem ÖV mitten in die Stadt, dann Taxi. Leider Fehlschlag. Taxifahrer in Bkk (Bangkok) verstehen kein englisch, kennen nur teilweise die Adressen und zumindest meiner konnte keinen Stadtplan lesen (man stelle sich das bei uns vor). Also lassen sie dich irgendwo raus und dann guckst du mal. Zum Glück habe ich zuvor auf 100% Rucksack umgestellt und mir am Flughafen einen Stadtplan eingesteckt. So meisterte ich an diesem 28 Std-Tag auch den letzten Teil zu Fuss durch das unbeschreibliche Gewusel dieser 8-Millionen-Stadt. Frage mich gerade, wie sie hier eine Volkszählung durchgeführt haben wollen. Unendlich viele Leute scheinen irgendwie irgendwo auf der Strasse zu leben.
Seit dem Sydney-Flug macht mein Rücken etwas Probleme und so verplemperle ich die Zeit mit schonendem Umherspazieren, bis ich am Montag nochmal zu einem Expat-Osteopathen kann. Wohne aktuell im Westen der Stadt in einem kleinen, total neu gemachten Hotel, ein Bijou nach westlichen Standards und inmitten ärmlichster Umgebung. Dabei günstiger als ein Hostel in Australien. Gefunden auf booking.com und wahrscheinlich ein typisches Beispiel des wirtschaftlich aufstrebenden asiatischen Raums. Weiter werde ich gar nicht erst versuchen, Bkk im Detail zu beschreiben, weil das ein sinnloses Unterfangen wäre. Es bietet von drückender Armut bis zu hypermodernen Shoppingcentern alles, was eine Stadt bieten kann. Eindrücklich sind die Tempelanlagen und Paläste des "Grand Palace", wäre da nicht die Gefahr drohender Erdrückung durch japanische und koreanische Seniorengruppen.
Umso faszinierender ist die Thai'sche Gelassenheit in diesem Durcheinander. Leben und leben lassen scheint das (buddhistische?) Motto zu sein. So ist es durchaus möglich, grosse Strassen wie die Sukhumvit Rd zu Fuss zu überqueren: erster Schritt hinaus um Interesse anzumelden, Lücke abwarten und entschlossenen Schlurfens hineinzielen, und diese Abfolge für jede Fahrspur wiederholen. Sie werden dich nicht überfahren.
Eine andere Reiseregel gilt hier, anders als AUS und NZL, besonders: spricht dich jemand auf der Strasse an, geht es letztlich um Geld. Immer.
Und wieder kann ich mir ein Schmunzeln über die Backpacker nicht verkneifen. Es sei mir verziehen... Alle sind sie eingepfercht im gleichen Quartier und scheinen sich nur in ein paar wenigen Strassen zu bewegen. Notabene dort, wo dich jeder anquatscht um dir irgend etwas anzudrehen. Sogar Mitgliederkarten renommierter Europäischer Golfclubs gibt's zu kaufen. Noch kreativ.
Ich scheine zu der neuen Spezies "iPhone traveller" zu gehören, die sich ihre Ho(s)tels und Flüge auf den Apps buchen und sich damit noch einigermassen abseits der ausgetrampelten Pfade bewegen. Orientierung mit Web 2.0... Man muss dann halt den Rest, also transfer Flughafen-Hotel und Orientierung vor Ort selber organisieren. Es bleibt einiges an Challenge und authentischen Erfahrungsmomenten. Mir passt's und hiermit ein Merci an Adrian und Simon vom GST, die mir last minute geholfen haben, das iPhone auf SIM unlocked zu ändern. Es war ein guter Entscheid!
Scheinbar gewöhnt sich auch mein Magen langsam an die hiesigen Hygienestandards. Gestern habe ich zum ersten Mal Thai food ohne unmittelbare Konsequenzen verzehrt. Und sonst gibts an jeder Ecke für weniger als CHF 3.- Medikamente, für die man in Europa einen Waffenschein bräuchte.
Und ja: das Nachtleben ist genau so verrückt wie die ganze Stadt. Von super hip bis untendurch gibts alles. Sehr cool sind alte VW Busse die zu rollenden Bars umfunktioniert wurden. Siehe Foto. Top of the nutch sind die mondänen Rooftop Bars. Dafür fehlt mir wohl die Garderobe. Und die Sündenmeile ist sündig... Daneben gibts unzählige kleine und grosse Spelunken und Quartierbars, wo man die abenteuerlichsten Leute kennenlernt. Wie immer ein gutes Rezept (gell, Marius).
So, nun tauche ich nochmal ein ins Gewühl und bin dann froh, wenn es mitte Woche an die andamanische Küste unter die Palmen geht. Mal die apps nach billigen Flügen und Hotels checken.
Phub kran mai!
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